Vögel im Garten

Neben den Insekten gehören auch die Vögel zu den sehr nützlichen Bewohnern unseres Gartens. Sie helfen uns dabei, der Blattlausplage Herr zu werden, verbreiten die Samen unserer Pflanzen (bin immer wieder überrascht, wo Ableger auftauchen) und lockern den Boden und Mulch regelmäßig auf. Letzteres kann teilweise ziemlich nervig sein, da man ja absichtlich den Mulch an besagte Stelle getan hat, aber Herr und Frau Amsel sehen das anders. Da wird dann mal eben komplett umdekoriert.

Seitdem wir den Garten betreiben haben wir auch immer ein Auge auf unsere gefiederten Freunde geworfen. Angefangen hatte es eigentlich eher andersrum, denn jedes Mal wenn wir im Garten gearbeitet haben, kam ein Rotkehlchen dazu und hat uns zugesehen. Es hat dann auch die frisch ausgehobenen Pflanzlöcher nach Essbarem durchsucht und so hat sich eine „Freundschaft“ entwickelt. Jedes Mal wenn wir ein Loch gebuddelt haben, haben wir gewartet, bis der kleine Freunde das Loch „abgenommen“ hat. Erst danach wurde die neue Pflanze eingesetzt.

Rotkelchen

Da wir am Rand der Stadt leben und viele Gärten inklusive eines baumreichen Friedhofs direkt nebenan haben, gibt es zum Glück sehr viele Vögel bei uns. Ich bilde mir aber ein, dass es in den letzten Jahren mehr bzw. neue Arten geworden sind, die sich auch bei uns niedergelassen haben. Kann natürlich täuschen, da unser Garten jetzt nicht sooo viel für die Vögel abwirft, aber ich habe schon den einen oder anderen Neuzugang entdecken können. Wenn unser Sohn größer ist, wird er mit Sicherheit auch Freude daran haben, die unterschiedlichen Vögel zu beobachten.

Damit sich Vögel im Garten aber erst so richtig wohl fühlen, muss man ein paar Sachen beachten:

Das richtige Futterangebot

Damit ist nicht gemeint, dass du Vogelfutter kaufen sollst, um die Tiere im Winter oder sogar ganzjährig zu füttern. Nein, das meinen wir definitiv nicht. Es geht eher darum, den Tieren ein naturnahes Nahrungsangebot bereitzustellen, wo sie sich selbst bedienen können. Das können die unzähligen Blattläuse sein, die unsere Kirschpflaume, den Holunder und die japanische Pflaume jedes Jahr zu Milliarden befallen. Aber auch die Samen von abgeblühten Pflanzen (habe z.B. gesehen, wie sich Meisen Löwenzahnsamen geschnappt haben) sind ein willkommener Snack für die kleinen Tiere. Unser Holunder und die Karamellbeere werden von uns kaum beerntet und trotzdem sind die Pflanzen ruck zuck leer. Die Vögel holen sich, was ihnen schmeckt. Auch Früchte (Johannisbeeren, Kirschen etc.) werden gern von den Vögeln angenommen (sehr zu unserem Leidwesen). Hier entbrennt öfter ein Kampf und die Ernte, den wir nicht jedes Mal gewinnen (meine Suhosine … huhuhu). Daher sind wir inzwischen zwangsweise auch dazu übergegangen, die Früchte durch Vogelschutznetze zu beschützen. Wichtig ist hierbei, die Netze nicht in die Pflanzen zu legen sondern mit genügend Abstand (z.B. durch kostenlose Rankhilfen) über und seitlich der Pflanzen anzubringen. Auf die Weise verhindert man, dass sich die Vögel verheddern.

Vögel im Garten

Neben dem Futterangebot ist aber auch das Wasserangebot sehr wichtig. Besonders in den letzten Jahren hat es bei uns deutlich weniger geregnet und wir mussten vor allem unsere Kübelpflanzen doch das eine oder andere Mal gießen. Da aber nicht nur die Pflanzen in dieser Zeit Durst leiden, sollte man auch die Vögel nicht vergessen. Neben dem Durst, den sie sonst auch mit Beeren zu stillen versuchen, baden sie sehr gerne und kühlen sich so ab. Aus dem Grund haben wir 3 Vogeltränken bei uns im Garten aufgebaut. Diese sind kostengünstig und bisher sehr langlebig. Durch den Ständer sind sie auch Katzensicher und die Vögel nehmen sie gern an. Man muss aber daran denken, das Wasser (am besten) regelmäßig zu wechseln. Wir schaffen das leider nicht, geloben aber Besserung. Hintergrund ist der, dass die Vögel das Wasser schnell mit Kot etc. verunreinigen und sich Krankheiten so schneller übertragen. Das will man natürlich nicht.

Nistmöglichkeiten für die Vögel im Garten

Wenn der erste Schritt getan ist und es den Vögeln im Garten gefällt, werden sie sich auf die Suche nach Nistmöglichkeiten machen. Da viele in Baumhöhlen, Ästen oder Hecken brüten, findet der eine oder andere Vogel im heimischen Garten noch einen Nistplatz. Doch nicht immer kann das gewährleistet werden. Unsere Bäume sind noch relativ klein und bisher hat noch kein Vogel dort sein Nest aufgeschlagen.

Aus dem Grund haben wir uns für Vogelhäuser bzw. Nisthöhlen entschieden. Hierbei haben wir uns sehr schnell von den Varianten aus Holz verabschiedet, da sie schon nach 1-2 Jahren schrecklich aussahen und auseinandergefallen sind. Das wollen wir keinem Tier als Zuhause zumuten wollen. Was uns wirklich überzeugt hat sind die Holzbetonkästen von Schwegler. Seit 3 Jahren haben wir schon welche davon im Einsatz und sie sehen immer noch aus, wie am ersten Tag. Schon wenige Stunden nach Anbringung des Ersten hat ein Meisenpaar ihn bereits inspiziert und im Folgejahr hatten wir die erste Brut. Auch in diesem Jahr haben wir wieder verschiedenste Vögel, die bei uns brüten. Das ist immer ein ganz besonderes Schauspiel, auch wenn wir nur sehen, wie die Eltern hin und herfliegen, um die Brut zu füttern. Reinschauen können und wollen wir natürlich nicht. Das würde die Vögel zu sehr stören.

Beachtet man diese paar Punkte und nutzt seinen Garten ohne Pestizide etc. wird man der Vogelwelt einen großen Gefallen tun. Im Gegenzug sorgen sie dafür, dass die Plagegeister nicht Überhand nehmen und erfreuen uns mit ihrem Gesang. Hin und wieder kann es auch passieren, dass sich ein Vogel vertut und aus Versehen auf einem selbst landet. Das sind dann immer ganz besondere Augenblicke, auch wenn das Rotkehlchen und ich gleichermaßen überrascht waren.

Wenn du auch für die Insekten etwas Tolles tun willst, wirf doch einmal einen Blick auf unseren Artikel über ein selbst gebautes Insektenhotel (ohne handwerkliche Fähigkeiten). Vergiss dabei bitte nicht, dich direkt für unseren kostenlosen Newsletter anzumelden. So verpasst du keinen Beitrag mehr.

Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden und unserem Sohn David in Herten. Das liegt mitten im Ruhrgebiet, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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