Goji Beere anbauen

Die Goji Beere ist in den letzten Jahren oft als Superfood genannt worden. Sie käme aus China und wäre ein Wunder der Natur, so heißt es. Grund genug, uns diese Pflanze einmal anzusehen und zu gucken, ob sie im heimischen Garten auch wächst, oder?

Bei unserer Recherche stieß ich schnell auf den Hinweis, dass die Pflanze gar nicht so exotisch ist, wie man gemeinhin meint. Die Goji Beere ist nämlich seit vielen Jahren bereits in Europa und auch in Deutschland heimisch. Hier hat sie jedoch den langweiligen Namen “Gemeiner Bocksdorn”. Klingt definitiv nicht so hip, wie Goji, das muss man ganz klar so sagen. Daher verwundert es auch nicht, dass diese Pflanze nicht so berühmt geworden ist.

Direkt im ersten Gartenjahr (2018) hatte ich mir zwei Pflanzen zugelegt, die auch sehr gut im Kübel gewachsen sind und mit rund 1,5m Höhe zu stattlichen Büschen herangewachsen sind. Leider hat sich schon früh im Jahr Mehltau auf ihnen breit gemacht, was die Pflanzen zwar geschwächt aber nicht getötet hat. Beeren haben sie ebenfalls produziert und ich hatte begeistert die erste reife Beere probiert. Man war das eine Enttäuschung. Bitter und kaum genießbar! Der Nachgeschmack im Abgang war sehr unangenehm und ich war sehr enttäuscht. Im Internet laß ich dann, dass man sie trocknen muss, um mehr Süße zu gewinnen. Da ich dafür aber nicht genug Beeren ernten konnte, dass sich der Stromverbrauch rechnete, habe ich es sein lassen. 2020 haben wir die Pflanzen dann abgegeben, da wir einfach nicht mit ihnen warm geworden sind.

Goji Beere

Goji Beere ist nicht gleich Goji Beere

Was ich zu dem Zeitpunkt gar nicht wusste: es gibt verschiedene Sorten der Goji Beere. Als ich der Pflanze in 2020 nochmal eine Chance geben wollte, habe ich nochmal Geld in die Hand genommen und habe den “hohen” Preis von 8 EUR für eine wirklich sehr kleine Goji Pflanze bezahlt. Der Sortenname war: “No.1 Lifeberry”. Diese gibt es bei vielen verschiedenen Pflanzenshops zu kaufen. Unsere war ziemlich mickrig und ich hatte Sorge, dass sie überhaupt anwächst. Sie stammte von Deaflora.

Da auch die No.1 von dem gemeinen Bocksdorn abstammt, ist sie problemlos angewachsen und hat alle Sorgen zunichte gemacht. Auch den strengen Winter von 2021 mit -15 Grad hat sie problemlos überstanden. Zurückfrieren kennt die Goji definitiv nicht. Sie lacht nur müde über diese Temperaturen, wie es scheint.

Im Sommer 2021 konnte ich dann die ersten Früchte ernten. Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich hohe Erwartungen an eine Beere hatte, die mit “süß-säuerlich, aromatisch” beschrieben werden. Kein Wort von Bitter, was mir wichtig war. Also rein in den Mund und tatsächlich: sie war süß. Sehr süß, angenehm!

Endlich hatten wir eine Goji Beere im Garten, die lecker schmeckt. Und das auch direkt vom Strauch. Im letzten Jahr ist sie gut gewachsen und wird uns hoffentlich in 2022 viel mehr Früchte bringen. Der Vor- und Nachteil ist jedoch, dass die Früchte nicht alle gleichzeitig reif werden. Man kann sie also nicht zu Marmelade oder dergleichen verarbeiten, da dafür einfach zu wenig dran ist. Zum direkten Naschen vom Strauch sind sie jedoch sehr gut geeignet.

Im Herbst 2021 haben wir uns dann noch die Sorte “Turgidus” zugelegt, die zwar langsamer wachsen aber dafür reichlich Ertrag mit den größten Früchten überhaupt mit sich bringen soll. Ob dem wirklich so ist, werden wir auf jeden Fall hier und auf Facebook berichten. Es lohnt sich also, uns zu folgen (gern auch per Newsletter).

Was es zu beachten gibt

Die Goji Beere hat keine hohe Anforderungen an den Boden. Sowohl lehmiger als auch halbwegs sandiger Boden wird vertragen. Etwas Kompost schadet jedoch nicht und wird dankbar angenommen. Sie kommt aber auch mit mageren Böden und ohne große Düngung klar.

Die Winterhärte ist auch in hohen Lagen gegeben und in trockenen Sommern kommt sie meistens ohne Wassergabe aus. Wenn man jedoch die Fruchtbildung sicherstellen will, sollte man ihr bei zu langer Trockenperiode das eine oder andere Mal Wasser geben. Bei Jungpflanzen ruhig öfter.

Ein sonniger bzw. halbsonniger Standort fördert sie Süße der Früchte noch einmal etwas. Ist ja quasi bei allen Beerenpflanzen so. Unsere Turgidus stehen nun ziemlich sonnig, wohingegen die Lifeberry halb im Schatten steht. Trotzdem trug sie süße Früchte.

Am besten wachsen Goji wenn man ihre Triebe hochbindet. Dafür haben wir uns ein einfaches Rankgitter gebaut, an dem die 3-4 stärksten Triebe festgebunden werden. Die anderen werden bodennah abgeschnitten, damit die Pflanze ihre Kraft in die stärksten steckt.

An diesen Trieben werden seitlich in dem kommenden Jahr die Fruchtriebe wachsen und den Ertrag sicherstellen. Im darauf kommenden Frühling kürzt man diese wieder auf ein Auge zurück und erhält jedes Jahr einen Ertrag an den stabilen Ruten.

Goji Blüte

Vermehrung einer Goji Beere

Auch wenn man Goji Beeren über Samen vermehren kann, lohnt sich dies in der Regel nicht. Neben der Tatsache, dass es sehr lange dauert, bis diese Pflanzen Früchte tragen, weiß man nie, was man am Ende herausbekommt. Durch Samen vermehrte Pflanzen können ähnliche Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben, müssen es jedoch nicht. Wer gern testet und züchten möchte, kann dies gern tun. Wir machen es nicht.

Am einfachsten kann man Goji Beeren über Stecklinge oder Absenker bzw. Wurzelausläufer vermehren. Bei der Stecklingsvermehrung wird einfach ein Kopfsteckling (ca. 20cm Trieb von der Pflanze, leicht verholzt) abgeschnitten und in Erde oder Wasser gesteckt. Eventuell vorhandene Blätter bis auf 1-2 Stück alle entfernen. Nach wenigen Wochen werden sich neue Wurzeln gebildet haben und man hat eine neue Pflanze. Das Schneiden von Stecklingen bietet sich im Sommer an, wobei es auch im Frühjahr nach dem Austrieb bei uns geklappt hat.

Beim Absenker drückt man einfach einen Zweig auf die Erde, fixiert ihn und wartet, bis sich Wurzeln gebildet haben. Dann trennt man ihn von der Mutterpflanze ab.

Der Wurzelableger kommt von selbst nach oben. Goji vermehren sich über ihre Wurzeln ein wenig, sodass man Glück haben kann, dass sich in einiger Entfernung eine neue Pflanze bildet. Ist bei uns bereits vorgekommen, bei der allerersten Sorte. Die leider nicht so lecker war … 🙂

Über die verschiedenen Methoden der Vermehrung werde ich noch einen extra Artikel erstellen, den ich hier dann auch verlinken werde.


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Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden und unserem Sohn David in Herten. Das liegt mitten im Ruhrgebiet, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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