Sommerflieder im eigenen Garten

Bei Sommerflieder, auch Schmetterlingsflieder genannt scheiden sich oft die Geister. Die einen mögen den reich blühenden Strauch, der besonders bei Hummeln und Schmetterlingen sehr beliebt ist, wohingegen die anderen ihn hassen oder sogar verteufeln. Letzteres liegt jedoch hauptsächlich an seiner Art der Vermehrung. Durch seine vielen Samen, die sich über den Wind fortbewegen, kann er sich schnell und effektiv verbreiten. Auf die Weise ist er teilweise schneller als heimische Arten und nimmt ihnen den Platz weg.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine wertvolle Futterpflanze für die Insektenwelt. Sein Duft ist zudem schon von weitem zu riechen und erfreut auch unsere Sinne jedes Jahr wieder. Aus dem Grund haben wir uns auch entschlossen, unsere drei Sommerflieder, die noch meine Großeltern gepflanzt hatten, stehenzulassen und sie nicht zu entsorgen. Auch wenn wir jedes Jahr wieder Unmengen an kleinen Pflänzchen überall im Garten finden und teilweise im Kompost entsorgen müssen (der Rest wird über eBay-Kleinanzeigen abgegeben) mögen wir ihn sehr gern.

Vor allem die Vielfalt an Blütenfarben ist sehr beeindruckend. In unserem Garten stehen ein lila, ein rosa und ein weißer Sommerflieder, die alle drei schon eine beachtliche Größe erreicht haben. Der weiße ist jedoch mit Abstand der größte und beeindruckt jedes Jahr wieder.

Auch kommt man so ziemlich nah an die Insekten heran und kann sie beim Nektar sammeln beobachten. Das ist für unseren kleinen Sohn mit Sicherheit sehr spannend. Für mich ist es das 🙂

Sommerflieder mit Schmetterling

Wissenswertes über den Sommerflieder

Der Sommerflieder stammt ursprünglich aus dem asiatischen Bereich, ist aber je nach Sorte sehr frosttolerant. Unsere haben Temperaturen von minus 15 Grad problemlos überstanden und sind ausgetrieben als wäre gar nichts gewesen. Der Sommerflieder blüht an den diesjährigen neuen Trieben, weswegen man ihn jedes Jahr im Frühjahr (Februar- März) schneiden sollte. Dazu reicht es, die Triebe, die letztes Jahr geblüht haben, auf ein bis zwei Augen zurück zu schneiden oder ihr macht es wie wir: radikal runter. Wir möchten unsere Pflanzen in der Höhe begrenzen, daher werden sie radikal auf 1m und der weiße auf rund 1,8m gehalten. Dafür schneiden wir alles alte Holz rigoros ab, wie man auf dem Bild erkennen kann. Dazu reicht meist eine Gartenschere nicht mehr aus, weswegen wir uns eine Astschere von Fiskars (*) gegönnt haben. Sie gleitet durch das Holz, wie ein warmes Messer durch Butter. Sehr angenehm.

Die abgeschnittenen, teils bis zu 2m langen, verholzten Triebe auf keinen Fall wegwerfen. Diese kann man super im Garten weiterverwenden. Wir bauen uns daraus zum Beispiel Rankhilfen, was wir in einem separaten Artikel einmal beschrieben haben.

Wenn man nicht möchte, dass sich der Flieder zu sehr aussäet, muss man rechtzeitig vor Ausbildung der Samen die Blütenrispen abschneiden. Sobald die Blüten geschlossen sind, verfärben sie sich langsam ins braune und bilden die Samen aus. Das ist der Moment, wo man beherzt zugreifen sollte, damit die Samen sich nicht verteilen.

Hummel im Sommerflieder

Obwohl der Sommerflieder für die Schmetterlinge sehr interessant ist (sehr nektarreich), ist er leider für die Raupen der Schmetterlinge nicht nützlich. Wer also den tollen Tieren ein Zuhause bieten möchte, muss auch daran denken, dass zu einem hübschen Schmetterling immer auch eine gefräßige Raupe gehört, die Pflanzen zum überleben braucht. Aus dem Grund haben wir zum Beispiel auch eine sehr wilde Ecke im Garten, wo jede Menge Brennnesseln wachsen. Dort können sich die Raupen austoben und futtern, was sie möchten. Auch nehmen wir sie selten von Blumen oder anderen, starken Gewächsen herunter, da die Pflanzen den Verlust weniger Blätter normalerweise problemlos verkraften. Im Garten gilt bei uns eh, dass wir keine Pestizide oder dergleichen Sachen verwenden, um unser Gemüse zu beschützen. Einzig das Vogelschutznetz muss weiter eingesetzt werden, um die unreifen Blaubeeren vor den brutalen Tauben zu schützen. Aber das hat bisher noch keinen Vogel verletzt, weswegen wir es ruhigen Gewissens weiter einsetzen (straff gespannt, deutlich über der Pflanze versteht sich).

Gut oder Böse?

Wie siehst du das? Ist die Pflanze eher nützlich oder stört sie in unseren Breiten? Sag uns doch gern deine Meinung. Wir freuen uns auf einen regen Meinungsaustausch. Damit du keinen Beitrag verpasst, kannst du hier unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.


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Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden und unserem Sohn David in Herten. Das liegt mitten im Ruhrgebiet, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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