Saatband selber herstellen

Immer mehr Anbieter sind auf den Zug aufgesprungen, ihre Samen als Saatband zu verkaufen. Diese „Dienstleistung“ lassen sie sich aber natürlich auch sehr gut bezahlen. So zum Beispiel über Amazon. Da die meisten von uns vermutlich sehr auf ihr hart verdientes Geld achten müssen, wollen wir in diesem Beitrag zeigen, dass man ein Saaatband selber herstellen kann.

Jeder, der mich kennt, würde sofort unterschreiben, dass ich handwerklich total unbegabt bin und zwei linke Hände habe. Trotzdem ist es mir problemlos gelungen, ein Saatband selber herzustellen. Daher kann ich dir versichern, dass auch du keine Probleme damit haben wirst.

Zuerst stellen wir uns aber einmal die Frage: Warum überhaupt ein Saatband?

Samen

Viele Pflanzen, wie Karotten, Radieschen, Pastinaken usw. haben sehr kleine Samen. Anders als Samen der Inkagurke, Gurke, Kürbis oder anderen großen Pflanzen, sind sie mit der Hand kaum zu greifen und noch schwerer auf dem Boden den richtigen Abstand einzuhalten. Man kann natürlich auch einfach mehr Samen in die vorgezogene Rille im Boden legen und später vereinzeln aber das würde ja zusätzliche Arbeit bedeuten. Davon bin ich definitiv kein Fan. Daher habe ich mich dazu entschieden, dieses Jahr selber Saatbänder zu erstellen.

Der große Vorteil von Saatbändern ist auch, dass man problemlos Mischkulturen bzw. Zeigerpflanzen mit anbringen kann, ohne verschiedene Samen, am Boden hockend, ins Pflanzloch zu geben. So haben zum Beispiel Pastinaken einen Abstand von 6-10cm zu einander in der Reihe. Bis die Pastinake den Platz aber wirklich braucht, werden noch einige Monate vergehen. Da Radieschen wiederum nur ca. 3cm Abstand zur nächsten Pflanze brauchen und zudem sehr viel schneller wachsen, habe ich auf dem Saatband einfach zwischen die Pastinaken noch je einen Radieschen-Samen gepackt. So habe ich zwei verschiedene Pflanzen auf einem Band und habe direkt die richtigen Abstände eingehalten.

Ein Saatband selber herstellen

Zur Herstellung wird nicht besonders viel benötigt:

  1. Die Samen
  2. Küchenrollenpapier oder Toilettenpapier (am besten unbedruckt)
  3. Mehl (10g)
  4. Wasser (ca. 10ml)
  5. Ausgedienter Stift, Zahnstocher, Pikierstab oder dergleichen
  6. Zollstock (Gliedermaßstab 😉) oder gutes Auge

Zuerst breitet man das Papier auf dem Tisch aus. Unbedrucktes Papier hat sich in der Praxis als am besten erwiesen, da man so die Samen später gut erkennen kann. Wichtig ist, es an einem windstillen Ort zu machen, sonst wird’s sehr spaßig. Kann man zum Beispiel auch perfekt in der kalten Jahreszeit in Ruhe zu Hause machen. Dann hat man was zu tun.

Nun gibt man das Mehl (10g) in eine Schale und dazu ungefähr die selbe Menge Wasser. Das ganze so lange vermischen, bis eine leicht klebrige Masse entstanden ist. Das ist nun unser natürlicher Kleber.

Kleber fürs Saatband

Nun macht man mit dem Hilfsmittel (Zahnstocher etc.) je einen Kleks des Klebers auf die Stellen auf dem Papier, wo man das Saatgut hinsetzen möchte. Ich habe es zuvor mit dem Zollstock abgemessen, aber später dann sein lassen. Augenmaß hat dann zumeist gereicht. Wer es aber sehr akkurat haben möchte, kann das gern tun. Je nach Pflanzensorte muss man den Mindestabstand entsprechend beachten. Pastinaken brauchen mehr als Karotten und Steckrüben wiederum brauchen viel (!) mehr Platz als Pastinaken. Der benötigte Abstand steht üblicher Weise auf den Saatgutverpackungen.

Saatband selbst gemacht

Nachdem man nun alle Kleckse gesetzt hat, legt man den jeweiligen Samen hinein und deckt das ganze mit einer zweiten Lage des Papiers ab. Das Ganze trocknen lassen und nun ganz wichtig: BESCHRIFTEN! Zusätzlich am besten noch direkt an der richtigen Stelle einmal einschneiden, damit man sich nicht vertut und der Abstand weiterhin passt. Vor allem bei quadratischem Papier kommt es sonst schnell zu verzweifelten Blicken im Garten. Ja … ich spreche aus leidvoller Erfahrung. Toilettenpapier hat den Vorteil, dass man hier schneller erkennen kann, wo man schneiden muss, als Küchenpapier. Zudem ist es quasi schon aufgerollt und kann wieder aufgerollt werden.

Das fertige Saatband kann dann problemlos neben den anderen Samen an einem dunklen und trockenen Ort gelagert werden, bis es benötigt wird. Natürlich ist auch ein sofortiger Einsatz möglich.

Saatband im Einsatz

Und? Ist ein Saatband selber herstellen so schwierig? Wirst du es in Zukunft auch probieren? Schreib uns gern einen Kommentar hier oder auf Facebook. Wir würden uns freuen.


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Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden und unserem Sohn David in Herten. Das liegt mitten im Ruhrgebiet, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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