Stinkende Schönheiten

In diesem Beitrag möchten wir einmal eine Lanze für eine ganz besondere Pflanzengattung (bzw. mehrere) brechen. Es handelt sich um eine ganz exotische Sorte, nämlich die Aronstabgewächse (Araceae).

Bestimmt hast Du schon einmal davon in den Nachrichten gehört, ohne es mit einem Aronstab in Verbindung zu bringen. Der bekannteste Vertreter dieser Spezies, der Amorphophallus Titanum ist eine echte Sensation, sobald er in den botanischen Gärten blüht. Er zieht jede Menge Besucher an, gilt er doch als größte Blume der Welt. Der sogenannte Titanwurz wiegt mindestens hundert Kilo und treibt nur eine einzige Blüte auf einmal aus, die nur wenige Tage hält.

Wir haben bei uns – auch wenn man diese Pflanzen nicht essen kann – auch ein paar verschiedene Pflanzen dieser besonderen Sorte. Angefangen hat alles mit einem Amorphophallus Konjac, der gemeinhin auch Teufelszunge genannt wird. Hierbei handelt es sich um die optimale Einsteigerpflanze, denn sie verzeiht Fehler, ist robust und halbwegs winterhart. Selbst ein Anfänger wie ich, hat sie zum Blühen bekommen. Was ein unglaubliches Erlebnis für den Geruchssinn … puh …

Im Gegensatz zu einem Sommerflieder, der angenehm duftet, haben sich die Aronstabgewächse auf Insekten zur Befruchtung spezialisiert, die auf etwas anderes stehen: Aasgeruch!
Ja, richtig gelesen. Die Blüten stinken wie ein totes Eichhörnchen, das seit einigen Tagen auf dem heißen Asphalt liegt.
Nun gibt es zwei Sorten Menschen: Die einen sagen: “Bääähhh, geh weg!” und die anderen: “Geil, sowas will ich!”
Ich gehöre definitiv zur zweiten Sorte, auch wenn wir unseren Stinker schnell ausquartiert hatten, als er im Wohnzimmer die Blüte öffnete.

Neben der Besonderheit des Duftes haben diese Pflanzen eine weitere Besonderheit: sie bilden unterirdische Knollen aus. In diesen Knollen speichern sie die Energie, um weiter zu wachsen, sich zu vermehren, zu blühen und wieder auszutreiben.

Als Hobbygärtner hat man also im Winter den großen Vorteil, dass man die Knollen ausbuddeln und im frostfreien Bereich überwintern kann. Vor allem der Am. Konjac macht es einem da leicht, da er im Herbst einzieht und dann von selbst im Frühling wieder austreibt. Solange liegt die Knolle unbeachtet bei uns in der Garage.

Sobald es im Frühling dann warm genug ist, beginnt die Knolle zu erwachen. Bis sie die blühfähige Größe erreicht hat, wird sie ein Blatt treiben, das optisch an ein Bäumchen erinnert. Oder wie würdet ihr es bezeichnen?

Durch dieses Blatt sammelt die Knolle Energie, wächst und bildet Tochterknollen, die dann auch wieder zu eigenen Pflanzen heranwachsen. Hat sie genug Energie gesammelt (ca. 2kg), wird sie vor dem nächsten Frühlingsaustrieb eine Blüte schieben. Je nach Sorte des Aronstabes wird die Blüte anders aussehen und stark oder schwächer stinken. Es gibt ganz viele verschiedene Arten und regelmäßig werden neue entdeckt.

Solltest Du nach diesem Video Interesse haben, auch mal eine dieser Pflanzen zu besitzen, kannst Du dich gern bei uns melden. Im Herbst haben wir immer Knollen abzugeben. Wenn Du woanders welche kaufst ist das natürlich auch okay. Wichtig ist drauf zu achten, dass sie nicht aus Wildraub stammen. Vor allem der Titanwurz ist ein häufiges Ziel dieser Diebe, da er so selten und bekannt ist.


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Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 35 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden in Herten. Das liegt mitten im Ruhrpott, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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