Topinambur – super gesund und pflegeleicht

Topinambur im eigenen Garten

Kaum eine Pflanze ist so pflegeleicht und unverwüstlich, wie der Topinambur. Es handelt sich um ein Gewächs aus der „Sonnenblumen“-Familie, das unterirdisch essbare Knollen bildet. In seiner Heimat Peru ist er starke Wetterschwankungen gewohnt und ebenso kalte Winter. Daher verwundert es nicht, dass diese Pflanze komplett winterhart ist.

Topinambur kann man sich ein wenig wie Kartoffeln vorstellen. Beide bilden unterirdische Knollen, die dann gegessen werden. Auch treiben Kartoffelpflanzen wieder aus den Knollen aus, wie es der Topinambur auch tut. Damit hört die Ähnlichkeit aber schon fast auf. Der Topinambur ist komplett winterhart. Heißt, dass man die Knollen einfach in der Erde lassen kann und nach Bedarf erntet. Sollte man auch tun, da er im Gegensatz zur Kartoffel nicht lange lagerfähig ist. Nur knapp zwei Wochen kommt die Knolle ohne Erde aus.

Während die Kartoffelpflanze recht anfällig für Krankheiten, wie z.B. die Braunfäule ist, ist der Topinambur kaum zu zerstören. Selbst Mehltau hat ihn nicht klein bekommen. Die Blätter waren zwar eine Weile lang leicht weiß, aber die Pflanze stand weiterhin wie eine Eins. Erst der Frost hat sie dann oberirdisch einziehen lassen.

Genau wie ihr Artverwandter, die Sonnenblume, wird Topinambur sehr groß. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von knapp drei Meter. Eine Stütze braucht sie dabei i.d.R. nicht, solange die Herbststürme nicht loslegen. Diese haben unser ganzes Topinamburfeld im wahrsten Sinne des Wortes flach gelegt. Hat den Pflanzen aber auch nicht geschadet, sie haben fleißig weiter geblüht.

Auch das ist ein großer Vorteil, denn im Herbst blüht recht wenig für unsere heimischen Insekten. Der Topinambur wurde da neben unserer Yacon und der Inkagurke sehr gerne von den kleinen Bestäubern angenommen. Das Meer aus kleinen, gelben Sonnenblumen sah man schon aus einer Entfernung von gut 400m. Die Nachbarn hatten ebenfalls Freude daran, im tristen Herbstwetter unsere Blüten zu bewundern.

Nachdem der oberirdische Teil abgestorben ist, schneidet man ihn kurz über dem Boden ab (oder lässt ihn stehen, damit Insekten dort überwintern können). Bei der Ernte ist nun ein wenig Vorsicht angesagt:

Mit der Grabegabel, Forke oder Schaufel den Boden etwas lockern und dann die Knollen herausholen, die man essen möchte. Wie schon erwähnt, sind sie nicht lange lagerfähig, sobald sie geerntet wurden. Um die Zeit zu verlängern, kann man sie auch in eine Kiste / Eimer mit Erde legen. Dann bleiben sie frisch.

Was mache ich nun mit den Knollen?

  • Chips (Rezept im Artikel)
  • Wie Kartoffeln im Eintopf
  • Roh essen (schmeckt ähnlich wie Kohlrabi)
  • „Kartoffelspalten“ aus Topinambur im Backofen (200 Grad, 20 Minuten)
  • Sirup soll ebenfalls möglich sein, haben wir auf Youtube gesehen.

Es gibt also viele Möglichkeiten, was man mit dieser tollen Knolle machen kann. Sie macht zudem gut satt und ist des weiteren sehr gesund. Durch das Inulin soll der Blutzucker nicht beeinträchtigt werden. Das ist insbesondere für Diabetiker sehr vorteilhaft. Aber auch wir Gesunden profitieren von der Knolle, denn das Inulin kann nicht vom Körper verdaut werden. Zeitgleich ist es aber sehr gut für die Darmbakterien, die voll drauf abfahren. Das merkt man als ungeübter Esser dann auch schnell. Denn die Bakterien produzieren anfangs fleißig Gas, was dann je nach verputzter Menge Topinambur echt schmerzhaft sein kann. Der Keramikthron wird dann schnell zum Horn von Gondor.

Lasst euch aber bitte davon nicht abhalten, diese tolle und pflegeleichte Pflanze anzubauen. Der Darm gewöhnt sich schnell dran, wenn man sie regelmäßig verzehrt und dann wars das auch mit den Flatulenzen.

Topinambur deckt bei uns die Nahrungsmittelversorgung im Winter, sobald die Kartoffeln aufgebraucht sind. Zudem können wir unseren Kartoffelvorrat deutlich strecken, sodass wir irgendwann auf eine durchgehende Versorgung übers ganze Jahr kommen könnten. Wenn der Platz da wäre … *seufz*

Es gibt zudem mehrere verschiedene Sorten des Topinamburs. Hauptsächlich unterscheiden sie sich die Größe und Form der Knollen. Hier lohnt es sich also, mal einen Blick in die diversen Pflanzenshops zu werfen. Alternativ könnt ihr euch bei uns vorbeikommen.

Rezept für Chips (in der Mikrowelle)

Topinambur in möglichst dünne Scheiben schneiden. Anschließend flach auf einen Teller mit Backpapier legen. Die Topinambur Chips nun von beiden Seiten mit Öl (Oliven-, Sonnenblumen- oder Rapsöl) bestreichen. Anschließend würzen (nicht zu viel, da es intensiver wird durchs trocknen).

Nun für 2,5 Minuten bei 750W in die Mikrowelle. Anschließend die Chips umdrehen und erneut für 2,5 Minuten in die Mikrowelle. Sollten sie noch nicht leicht braun aussehen, das ganze wiederholen (sind dann etwas zu dick geraten, ist aber kein Problem!).

Am Ende kurz stehen lassen, dann trocknen sie noch nach. Fertig!


* Angaben erforderlich

Wir werden deine Daten auf keinen Fall weitergeben. Sie werden ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Eine nachträgliche Abmeldung ist jederzeit möglich. Der Link dazu befindet sich in dem Newsletter.

Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 35 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden in Herten. Das liegt mitten im Ruhrpott, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.