Oca erfolgreich im Garten anbauen

Oca (Oxalis tuberosa) hatten wir schon 2019 mal im Anbau bei uns, jedoch hatte das irgendwie vorne und hinten nicht geklappt. Die Ernte war winzig und wir konnten keine Knolle zum Essen entbehren. Also haben wir alles 2020 nochmal gepflanzt und uns auf Youtube schlau gemacht, was man verbessern könnte.

Aber kommen wir erst einmal dazu, was Oca eigentlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Sauerklee, der aus Peru stammt. Er bildet unterirdische Knollen, die in seiner Heimat ähnlich bekannt sind wie die Kartoffeln. Auch kann man sie genau so verwenden. Ein Vorteil gegenüber der Kartoffel ist jedoch, dass man Oca auch roh essen kann. Einfach sauber machen und rein in den Mund. Alternativ kann man sie auch gut auf den Salat raspeln, kochen, braten, frittieren oder zu Püree verarbeiten. Oca ist da sehr vielseitig.

Neben den Knollen kann man während der Wachstumsphase auch die Blätter essen. Diese schmecken leicht säuerlich, aber auf erfrischende Art und Weise. Das liegt an der Oxcalsäure, die den Geschmack verursacht. Auch die Knollen verfügen über genannte Säure und schmecken daher leicht sauer. Auch im gekochten Zustand behalten sie diesen besonderen Geschmack, was sie besonders lecker in einer Kartoffelsuppe macht.

Aus den Blättern kann man, neben den Salat auch noch Tee machen. Das war geschmacklich jetzt nicht so intensiv, wie man es z.B. von Minze, Jiaogulan oder anderen Teepflanzen kennt. Aber schlecht war es trotzdem nicht. Ein weiterer Vorteil ist noch, dass Oca jede Menge Blätter produziert, sodass man massig für den Winter trocknen kann.

Oca erfolgreich im Garten anbauen – Anleitung

Oca ist eine sehr widerstandsfähige Pflanze, die in ihrer Heimat unter sehr extremen Klimabedingungen klarkommen muss. Daher kann man sie auch problemlos bei uns anbauen, wobei unsere Sommer ihr nicht so gut gefallen sollen. Unsere Pflanzen hatten aber kein großes Problem damit, obwohl sie sehr sonnig gestanden haben. Wie man auf den Bildern sieht, sind sie quasi explodiert.

Wir bauen Oca im Kübel an, da diese Pflanze nicht winterhart ist. Ähnlich wie die Kartoffel und Yacon muss man sie im Winter rein räumen. Da Oca aber eine Besonderheit hat, bietet sich der Kübel tatsächlich an: Die Knollen wachsen nach dem Absterben der oberirdischen Triebe noch etwas weiter. Je länger sie also in der Erde verweilen, desto besser ist es. Aus dem Grund haben wir 90 Liter Maurerkübel verwendet, ca. 10 Knollen hineingesteckt und die Kübel zur Hälfte mit Erde gefüllt.

„Wieso nur zur Hälfte?“, mag sich jetzt der eine oder andere fragen, aber dazu kommen wir jetzt.

Ähnlich wie die Kartoffel, mag es die Oca, angehäufelt zu werden. Bedeutet, sobald die Pflanze rund 20cm aus der Erde rausguckt, wird sie wieder mit Erde überschüttet, sodass sie mehr Kontakte ausbildet und Wurzeln schlägt. An diesen Kontaktstellen wachsen dann die Knollen. Es lohnt sich also durchaus den Vorgang zwei Mal durchzuführen. Die Pflanze bekommt somit gleichzeitig mehr Nährstoffe und legt richtig an Masse zu.

Die Pflanzen müssen im Kübel natürlich öfter gewässert werden, als im Boden aber das nimmt man gern in Kauf. Durch die Blattmasse produziert sie zudem jede Menge Schatten auf ihren eigenen Boden und dieser trocknet daher nicht so schnell aus. In der heißen Mittagsstunde faltet sie ihre Blätter leicht zusammen, was dazu führt, dass sie weniger Wasser verdunstet. Gedüngt haben wir die Oca so gut wie gar nicht. Sie hatten frische Erde mit etwas Kompost bekommen und das hat ihr für das ganze Jahr gereicht.

Sobald der erste Frost da war (bei uns musste es zwei Mal frieren, bis die Oca aufgegeben hat), ist der oberirdische Teil zerstört. Mit einem entsprechenden Vlies und geschützter Aufstellung kann man hier noch etwas mehr Zeit herausholen. Je länger die Pflanzen nämlich wachsen, desto mehr Knollen kann man später ernten. Etwas Schutz ist daher nicht verkehrt, aber nicht unbedingt nötig.

Sobald die Oca überirdisch abgestorben ist, schneiden wir alle Teile ab und werfen diese auf den Kompost. Die Kübel mit den Knollen werden nun frostfrei unter der Garage überwintert. Das war bei uns ab Ende November. Mitte Januar haben wir dann die ersten Knollen geerntet und waren absolut begeistert. Die Größe ist sehr gut und die Farben (wir haben gelb, orange und rot) sind sehr schön. Leider verlieren sie diese Farben im gekochten Zustand, doch das macht nichts.

Wir konnten jede Menge Knollen ernten und Oca hat sich einen festen Platz in unserem Gartenplan erobert.

Vermehrung

Oca lässt sich sehr leicht auf zwei verschiedene Arten vermehren. Zum einen natürlich über die Knollen. Jede Knolle ist eine neue Pflanze und somit hat man jede Menge „Munition“ für das kommende Jahr. Alternativ kann man im Sommer auch Kopfstecklinge schneiden und diese dann in einen Topf mit feuchter Erde stecken. Sie schlagen sehr schnell Wurzeln und bilden auch im selben Jahr (zumindest bei uns) noch ein, zwei Knollen aus.

Hier kann man sich also definitiv nicht beschweren.

Eine Aussaat klappt bei uns leider nicht, da die Oca Pflanzen in unseren Breiten in der Regel keine Blüten ausbilden. In Portugal soll es schon geklappt haben, sodass man in diesen Gegenden vielleicht auch züchterisch aktiv werden könnte. Es wäre klasse, größere Knollen ernten zu können. Vielleicht wird es ja irgendwann soweit sein. Ihr könnt Oca auch gern über uns beziehen. Ab Januar versenden wir die Knollen per Post

Dadurch dass die Knollen so einfach gelagert werden können, gehören sie unserer Meinung auch zu den Gemüsesorten, die eine “unendliche Ernte” bringen. In diesem Artikel haben wir die anderen Vertreter vorgestellt: Unendliche Ernte – einmal gesät, immer wieder geerntet

Im kommenden Jahr werden wir versuchen, Oca im “Kartoffelturm” anzubauen. Das hat 2020 mit Kartoffeln nicht sonderlich gut geklappt und daher wird das nun zweckentfremdet. Da Oca ja wie gesagt bei Erdkontakt neue Knollen bildet, sollte das “anhäufeln” im Turm einiges an zusätzlichem Ertrag bringen.

Des Weiteren habe ich mit Hilfe einiger Facebook-Gartenkontakte Verbesserungen am Turm geplant. Das PVC-Rohr, das die Bewässerung sicherstellen soll, wird unten nochmal besser abgedichtet (Silikon + Platte) und dann mit Kieselsteinen aufgefüllt. So soll sich das Wasser besser auf allen Ebenen des Turms verbreiten.

Wir werden berichten, wie das Experiment läuft.

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Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 37 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden in Herten. Das liegt mitten im Ruhrpott, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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