Exot vorgestellt: Die Blaugurke

Die Blaugurke, auch Blauschote bzw. Decaisnea fargesii genannt ist eine beeindruckend exotische Pflanze, die in unseren Breiten sogar winterhart ist. Wir haben zwei von ihnen in unserem Garten. Eine habe ich bei einem Online Shop gekauft während die zweite aus Samen gezogen wurde. Die vom Online Shop ist deutlich älter und hat dieses Jahr zum ersten Mal Früchte getragen.

Ursprünglich stammt die Blaugurke aus Westchina und Tibet und ist in unseren Breiten nicht sonderlich bekannt. Sie soll vereinzelt in verschiedenen Parks stehen, jedoch ist sie mir noch nie aufgefallen. Mit 4 Metern Höhe und 4 Metern Breite kann sie ganz schön ausladenden werden. Zwei davon passen auf keinen Fall in unseren Garten, weswegen wir sie auch entsprechend schneiden werden. Ob und wie viel wird hauptsächlich davon abhängen, wie der langfristige Ertrag ist. Fürs erste Jahr können wir uns auf jeden Fall nicht beschweren. Es war gut was zu ernten und zu naschen. Die Samen geben wir aktuell über unser eBay-Kleinanzeigen Profil ab. Dort kannst du uns auch gern direkt folgen. So wirst du benachrichtigt, wenn es etwas cooles gibt.

Austreibende Knospen der Blaugurke

Im Winter 2020/ 2021 hatten wir es rund -15 Grad bei uns im Garten, was die Pflanze problemlos überstanden hat. Wir hatten Sämling komplett mit Laub bedeckt, um ihn vor den kalten Temperaturen zu schützen. Die ausgewachsene Pflanze haben wir nur im Wurzelbereich mit Laub geschützt, jedoch war das nicht notwendig. Die Triebe sind kaum zurückgefroren. Anders als unsere Karamellbeere, der das Wetter echt zugesetzt hat. Trotzdem sollte man in rauen Lagen eventuell näher an die Hauswand gehen, damit die Pflanze geschützter steht. Das Mikroklima kann einen großen Unterschied machen.

Eine Kübelhaltung ist theoretisch auch möglich, wobei man sie dann frostfrei überwintern muss. Staunässe kann sie auch nicht abhaben und würde in dem Fall absterben. Also auf einen guten Boden achten. Zudem nie die maximale Größe von 4 Metern vergessen. Der Kübel wird also irgendwann definitiv zu klein.

Blüte der Blaugurke

Leider verpasst unsere Blaugurke immer den Zeitpunkt, wann die letzten Fröste vorbei sind und wird regelmäßig im Austrieb von nachkommenden Frösten überrascht. Ein paar Austriebe frieren dann kaputt und die Augen sind hinüber. Da aber nie alle Augen gleichzeitig austreiben, hat es bei uns auch ohne weiteren Schutz problemlos funktioniert.

Ab Erreichen einer Höhe von rund 1.8m hat sie bei uns zum ersten Mal ihre wunderschönen Blüten gezeigt. Diese sind gelb-grünlich mit einem blauen Strich und sehen klasse aus. Ende Mai haben wir sie plötzlich im Grün der Pflanze entdeckt. Bestäubt werden sie von Insekten, sodass man sich nicht darum kümmern muss.

Früchte der Blaugurke

Nach der Blüte werden dann langsam die Früchte gebildet, die bis zum Oktober reif werden. Von diesen stammt auch der deutsche Name dieser Pflanze, denn sie sind blau. Dazu sehen sie noch aus, wie kleine Gurken und voila, schon hat man eine Blaugurke. Die Früchte sind essbar und fruchtig süß. Leider sind recht viele Samen darin, doch kann man das Fruchtfleisch von diesen ablutschen. Sie sind auf jeden Fall ein Highlight und definitiv nicht alltäglich im heimischen Garten.

Früchte der Blaugurke

Fun Fact: Wusstest du, dass Bananen früher auch so viele Kerne hatten? Sie wurden im Laufe der Jahre herausgezüchtet. Vielleicht geschieht dies mit der Blaugurke ja auch irgendwann.

Die Vermehrung der Blaugurke klappt aus Samen relativ gut. Mit einem von fünf Samen ist es uns tatsächlich gelungen. Diese hatten wir über eBay erworben und können schon etwas länger gelegen haben. Unsere eigenen Samen sind frisch geerntet.

Die Blaugurke hat sich einen festen Platz in unserem Garten erkämpft. Sie gefällt uns sogar so gut, dass wir unseren Knirps auch wachsen lassen und ihn hoffentlich auch bald beernten können.

Anzucht aus Samen:

Wir haben frische Samen aus den Früchten entnommen, sie für ein paar Stunden in Wasser gelegt, um sie vom restlichen Fruchtfleisch zu säubern und schon sind drei gekeimt. So schnell habe ich das noch nie erlebt.

Da wir auch eine Pflanze aus gekauften Samen selbst gezogen haben, kann ich sagen, dass es in der Regel bei gekauften Samen viel länger dauert. Dort brauchen die Samen einen Kältereiz. Dafür die Samen einfach für 2 Wochen in leicht feuchten Sand (oder Erde) in den Kühlschrank (ca. 7 Grad) legen und anschließend noch einmal für 24h in warmen Wasser einweichen.

Nun die Samen in Anzuchterde, rund einen Zentimeter tief aussäen und das ganze feucht halten. Am besten sind dafür Zimmergewächshäuser geeignet oder eine Aussaatschale mit Folie. Wichtig ist, diese täglich einmal zu lüften, damit sich kein Schimmel bildet.

Die Keimung der Blaugurke kann sich trotzdem hinziehen. 6 Wochen sind keine Seltenheit bei gekauften Samen von Pflanzenshops oder eBay, doch irgendwann geht es dann los. Einfach Geduld haben. Die Aussaat kann ganzjährig im Haus geschehen. Das Auspflanzen würde ich je nach Größe der Pflanze auf den Frühling (nach dem letzten Frost) oder auf den Herbst (wie bei uns mit einer dicken Laubschicht) verlegen.

Über Dennis

Mein Name ist Dennis, ich bin 38 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden und unserem Sohn David in Herten. Das liegt mitten im Ruhrgebiet, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich mit dem "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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