Ein pflegeleichter Koloss im Garten – Silphie
Vor einigen Jahren ist eine durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum L.) bei uns in den Garten eingezogen. Sie war ein Geschenk von einer guten Gartenfreundin, die von dieser Pflanze begeistert war. Die kleine Pflanze war zuerst nicht sonderlich beeindruckend, blühte aber im ersten Standjahr schon ein wenig. Kleine, gelbe Blüten, die sehr fleißig von Insekten aller Art angeflogen wurden. Es war schön, sie dabei zu beobachten.
Doch schon im nächsten Sommer zeigte uns die Silphie, aus was für einem Holz sie geschnitzt ist. Sie gab Vollgas und hat ihre Masse locker um das vierfache erhöht. Aus dem kleinen Stängel wurde ein ordentlicher Busch und wir waren von der rund 1,5m hohen Pflanze sehr angetan. Immer mehr Insekten flogen die Blüten im Spätsommer an und labten sich an den Pollen. Dass die Pflanze noch größer werden wird, hatten wir eigentlich nicht gedacht, aber sie bewies es uns. Seit dem dritten Standjahr ist sie ein wahrer Koloss im Garten. Mit über 2m Höhe ist sie eine beeindruckende Erscheinung, die durch ihre gewaltige Blattmasse schöne Akzente im Garten setzt. Dank der vielen Stängel ist sie auch – im Gegensatz zu Topinambur – sehr stabil. Selbst die Herbststürme letztes Jahr haben ihr nichts anhaben können und es ist nichts umgeknickt. Der Topinambur lag bereits nach einem Nachmittag am Boden.

Der Pfosten auf dem rechten Bild ist 2m hoch und das Foto zeigt die Pflanze im Juni 20024. Der Blütenstand wird nochmal einen Meter über der „Blattrosette“ liegen. Wir dürften also in diesem Jahr die drei Meter knacken. Ich bin sehr begeistert. Zumal es sich bei den drei Pflanzen um Sämlinge von einer Mutterpflanze handelt. Sie bildet also in unseren Breiten ohne Probleme Samen aus und vermehrt sich durch den Wind. Wer also einen perfekten Sichtschutz aus Pflanzen haben möchte, muss nur eine Pflanze kaufen und etwas Zeit mitbringen. Im Winter friert sie jedoch komplett zurück, sodass der Sichtschutzfaktor nur für den Sommer gegeben ist. Reicht uns aber aus.
Die Silphie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wird hier in unseren Breiten eher selten in Gärten angetroffen. Zugegeben, man braucht schon ordentlich Platz, wenn man mehrere der Kolosse bei sich unterbringen will. Der Vorteil ist aber, dass man auch Teile von ihr massiv zurückschneiden oder entfernen kann, ohne die Hauptpflanze zu stören. Unsere „Mutterpflanze“ steht am Unterstand und ist inzwischen so breit geworden, dass sie das Insektenhotel wegdrücken würde und unseren Eingang blockiert. Daher haben wir einige Stängel rausgenommen und der Pflanze geht es weiterhin sehr gut.
Auf dem Bild sind insgesamt vier Silphie zu sehen, wovon drei weit über 2m hoch sind. Die gelben Blüten sind für alle Nachbarn zu sehen und bieten einen spektakulären Anblick.


Die Blätter und Stängel können als Mulchmaterial für die Beete eingesetzt werden. Zudem wächst dort, wo die ausgewachsene Silphie steht, kaum noch Unkraut. Einzig der Giersch hält sich neben ihr. Den kann wirklich nur Beinwell besiegen, haben wir festgestellt. Denn dessen Blätter beschatten extrem gut und vernichten alles unter ihm.
Ein großer Vorteil der Silphie ist, dass man sich quasi gar nicht um sie kümmern muss. Einmal angewachsen wird keine Schneckenplage oder sonstige Schädlinge gegen sie ankommen. Auch trockene Sommer hat sie ohne Probleme ohne Gießen überstanden. Die regenreichen Sommer des letzten und diesen Jahres ebenso, wobei man bei sehr lehmigen Boden lieber eine Drainage einarbeiten sollte. Staunässe verträgt sie ebenso wenig wie fast jede andere Pflanze. Sie ist also auch für faule Gärtner, wie mich, sehr geeignet. Hin und wieder was wegschneiden, wenn sie zu gewaltig wird, das kriege ich auf jeden Fall hin.
Wer zudem keinen besonders humosen Boden hat, hat durch die Silphie einen Bodenverbesserer im Garten. Ihre Wurzelsysteme verbessern den Boden und reichern ihn mit Humus an. Dank der ordentlichen Blattmasse finden die Insekten des Bodenlebens genug Nahrung, wenn sie im Winter verrottet und bilden wiederum Humus und Dünger. Eine klasse Pflanze, die wir nicht mehr missen wollen.

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