Der Ohrenkneifertopf

Ohrenkneifer sind sehr nützliche kleine Insekten im Garten. Sie kümmern sich insbesondere darum, dass die Blattlausplage nicht überhand nimmt. Im Frühling diesen Jahres (2019) scheint es eine Blattlausexplosion überall zu geben. Auch unsere Bäume und Sträucher sind extrem betroffen. Unsere Brennesselecke hat teils sogar Pflanzen, die komplett schwarz von diesen … Viechern sind.

Da wir im Garten keine chemischen Mittel einsetzen, sind wir den Biestern bisher mit Rapsöl-Spülmittel-Wassergemisch auf den Pelz gerückt. Knoblauchsud hat sich auch bewährt. Das alles muss man aber ständig wieder neu aussprühen, was echt eine Menge Zeit kostet.

Anfang des Frühlings hatten wir noch jede Menge Marienkäfer, die jetzt aber irgendwie kaum noch vertreten sind. Vielleicht treiben sie sich in den Brennnesseln herum, statt sich um unsere Stachel-, Johannisbeeren und Bäumchen zu kümmern. Nicht optimal, aber vorschreiben kann man es ihnen leider nicht.

Zum Glück gibt es noch weitere Verbündete im Insektenreich. Allen voran der Ohrenkneifer. Er liebt es, die Blattläuse zu fressen. Als dämmerungsaktiver Räuber, sieht man ihn tagsüber aber selten. Letztes Jahr hat er sich und seine Nachkommen in den Fruchtkapseln der Physalis eingenistet (die Früchte blieben unversehrt), aber dieses Jahr wollten wir ihm mehr bieten. Also haben wir sogenannte Ohrenkneiferhölen gebaut.

Die sind super einfach zu bauen und bieten den Nützlingen ein schönes Nest, von dem aus sie dann auf Beutezug gehen können.

Gebaut wird dieses Nest aus einem Tontopf (mit Loch im Boden), Stroh, einem Seil und Draht.

Durch das Loch im Boden zieht man das Seil, macht einen großen Knoten, damit es nicht mehr herausrutschen kann. Dann füllt man den Topf mit Stroh und verhindert dessen Flucht mit Draht. Bei uns haben zwei Drahtstücke gereicht, die ich angeklemmt habe. Es geht also auch schön einfach. Dann hängt man diesen Topf einfach in den befallenen Baum und wartet, dass jemand einzieht.

Bei Bedarf lässt sich der Topf dann, mitsamt der Bewohner, von Baum A nach Baum B transportieren. So kann man – hoffentlich – nach und nach der Blattlausplage Herr werden.

Final angebracht, kann der kleine Helfer nun tagsüber schlafen und Abends die Blätter befreien.

Parallel werden wir uns jetzt noch um Nisthilfen für Meisen kümmern, da diese auch sehr aktiv gegen Blattläuse vorgehen. Aber das wird ein anderer Artikel werden.

Was macht ihr gegen Blattläuse & Co? Setzt ihr Gifte ein oder unterstützt ihr Nützlinge? Was hat sich bewährt? Schreibt es uns doch in die Kommentare. Wir freuen uns über jeden Beitrag.

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