Beete anlegen

In diesem Beitrag geht es um die Grundlage: das Beet. Es ist der Ort, an dem die Natur ihre Wunder – mit eurer Hilfe – erschafft. Hier wächst das Gemüse, das Obst und garantiert jede Menge Unkraut. Es wird der Ort sein, an dem die tägliche Schlacht um die Ernte stattfindet.

Okay, genug der Dramatik. In diesem Beitrag wollen wir euch zeigen, wir ihr relativ mühelos neue Beete in eurem Garten anlegen könnt.

Falls euch das zu viel Text ist, könnt ihr auch gerne unser Video ansehen:

Am Anfang war das “Nichts”. Nichts? Oh nein, mit nichten! Auf diesem Foto befinden sich mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Welt gibt. Wir können sie nur nicht sehen, da sie einfach zu klein sind. Es handelt sich, um die Mikrolebewesen, die sich in der Erde befinden.

In 0,3 Kubikmeter Erde (1x1m + 0,30cm tief) befinden sich 1,6 Billionen Lebewesen. Im Vergleich dazu, sind die 7 Milliarden Menschen doch echt ein Witz, oder?

Genau diese Lebewesen sind nun auch der Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg in eurem Garten. Kümmert ihr euch um sie, werden sie sich widerum um eure Pflanzen kümmern. Eine Win-Win-Situation, kann man also sagen.

Die Erde unter unseren Füßen besteht also aus Lebewesen. Jedes von ihnen hat dabei eine eigene Funktion und einen eigenen besonderen Lebensraum, in dem es heimisch ist. Diese Tatsache ist sehr wichtig, denn sie erleichtert euch die Arbeit zusätzlich.

Wer kennt es auch? “Du musst den Boden regelmäßig umgraben.” Diese und andere Weisheiten wurden mir bei meinen Recherchen gerne mitgegeben. Es sei wichtig, die Erde locker zu halten (stimmt!) und dies würde man am besten durch umgraben erreichen (stimmt nicht!).

Auf dem Foto könnt ihr einen unserer Gartenhelfer sehen: den Regenwurm. Er und seine Kumpels sorgen dafür, dass abgestorbenes, organisches Material zersetzt wird. Das macht der kleine Kerl, indem er es frisst und wieder auska… ausscheidet. Der somit entstandene Wurmhumus ist perfekter Dünger für Pflanzen. Ihre Wurzeln können sehr einfach an die Nährstoffe gelangen, was es ihnen ermöglicht, schneller und gesünder zu wachsen.

Was kann man nun also tun, um die Regenwürmer und ihre Freunde bei der Arbeit zu unterstützen, bzw. sie sogar für uns arbeiten zu lassen?

Schritt 1: NICHT den Boden umgraben!
Schritt 2: Sie füttern!

Wie schon erwähnt, ist das Umgraben eine sehr ineffiziente Methode, um den Boden aufzulockern. Sie erfordert jede Menge Kraft, Schweiß oder schweres Gerät. Wir haben in unserem Garten lehmhaltigen Boden. Er ist sehr schwer und nach über zehn Jahren der Nichtnutzung, hart wie Beton. Trotzdem gibt es darin Leben, wie das Foto beweist. Würden wir nun den Boden umgraben, kämen alle Bewohner darin durcheinander. Die, die lieber weiter oben wohnen, um organisches Material frisch in den Boden zu ziehen, lägen nun unten. Ebenso wären die Mikroben, die das Sonnenlicht und die Luft verabscheuen, eben diesem ausgesetzt. Man kann sich ja vorstellen, wie man sich selbst in so einer Situation fühlen würde. Das Ergebnis des Umgraben ist: Das der Boden gestört wurde. Es wird seine Zeit dauern, bis sich die Organismen wieder in ihre Lieblingsstellen zurück gezogen haben. In der Zeit können sie keine Nährstoffe zersetzen, produzieren also keinen Dünger für Pflanzen.

Da wir das natürlich nicht wollen, haben wir Schritt 2 befolgt: Sie füttern!

Ein Ergebnis des Fütterns ist, dass sie sich vermehren. Wer sich irgendwo wohl fühlt, wird sich dort niederlassen. Was gibt es Besseres, als jede Menge Fresschen?! Wir haben hierfür Pferdemist genommen, den wir über ebay-Kleinanzeigen günstig geliefert bekommen konnten.

Wer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich mal online nach “Pferdemist” google, den hätte ich für verrückt erklärt!

Aber so kann sich die Sache ändern. Wir haben die Rasenfläche mit einer Grabegabel aufgelockert und anschließend den Pferdemist drauf gepackt. Dazwischen hätte man noch unbedruckte Pappe legen können, was wir mangels eben solcher nicht getan haben (würde das Gras noch effektiver am Durchwachsen hindern!). Darauf haben wir nun fertigen Kompost gelegt und darauf wiederum Erde. Anschließend haben wir auf die Beete noch Senf als Gründüngung gesät. Ein weiterer Vorteil des Senfs ist, dass seine Wurzeln das ganze Konstrukt zusätzlich noch zusammen halten.

All das haben wir im Herbst 2018 gemacht, da uns das Wissen und die Ressourcen zu Jahresbeginn gefehlt haben. Wieso aber im Herbst? Nun haben wir Würmer und Organismen Zeit, den Pferdemist zu zersetzen. Unsere Hoffnung ist es, dass wir im Mai 2019 bereits sehr gute Erde haben, die man sofort bepflanzen kann. Da das erste Pferdemistbeet schon etwas in sich zusammengesackt ist, sind wir guter Hoffnung, dass unser Plan aufgeht.

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, ist der Senf trotz der kühlen Tage und Wochen prächtig gewachsen. Dafür, dass wir erst Ende September ausgesät haben, kann man sich definitiv nicht beklagen. Die Beete, die keine Gründüngung mehr bekommen konnten, werden wir mit Unkrautvlies abdecken, damit das Ganze schön zusammen gehalten wird.

Hat euch diese Anleitung geholfen? Habt ihr Fragen oder Verbesserungsvorschläge? Dann lasst uns doch bitte einen Kommentar da. Wir würden uns sehr darüber freuen.

Über Dennis Kazek

Mein Name ist Dennis, ich bin 35 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau Beth Eden in Herten. Das liegt mitten im Ruhrpott, weswegen wir uns auch für diesen Namen entschieden haben. Seit Januar 2018 sind meine Frau und ich vom "Gartenfieber" infiziert und verbringen jede freie Minute damit, unser Paradies zu erschaffen.

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