Beete anlegen Teil 2

Im ersten Artikel haben wir Dir gezeigt, wie man relativ mühelos neue Beete anlegt. In dem Artikel hieß es noch „Wir hoffen, dass wir am Ende weiche Erde haben“. Nun sind knapp 8 Monate vergangen und wir können sagen: Wir haben weiche Erde!

Die Würmer und Kleinstlebewesen haben unglaubliche Arbeit geleistet. Der Pferdemist ist komplett verschwunden. Zurück blieb nur schwarze, lockere Erde. Diese haben wir direkt mit Mulch (Moos aus dem Rasen des Nachbarn und Grasschnitt (wichtig: vorher antrocknen lassen, sonst schimmelt er!) versehen. Aktuell ist die Mulchdecke 7-10cm hoch. Ziel sind 20cm, die wir nach und nach aufbauen. In der Erde wimmelt es nur so von Lebewesen, allen voran Mistwürmern und Regenwürmern aller Größen.

Dank unserer Lieferanten (Pferdehalterinnen, die wir über eBay-Kleinanzeigen gefunden haben) konnten wir sogar unabsichtlich einen Vergleich machen:

  • Pferdemist ohne Stroh, also pur
  • Pferdemist mit ordentlich Stroh drin

Wie sich zeigt, hat sich der Pferdemist ohne Stroh komplett zersetzt. Es ist ausschließlich Erde da. Hier haben wir bereits Gurken und Physalis, sowie Tomaten eingepflanzt.

Zeitgleich haben sich die drei Beete mit Stroh kaum „bewegt“. Sie sind nur minimal über den Winter zusammengesackt. Los ging es eigentlich erst im März, als wir die warmen Temperaturen hatten. Plötzlich waren alle drei Beete massiv mit Pilzen aller Art überzogen. Sah teils schon wie in einem Alienfilm aus. Diese Pilze haben nun begonnen, das Stroh aktiv zu zersetzen. Direkt reinpflanzen können wir trotzdem noch nichts. Unser aktueller Versuch sieht so aus, dass wir Starkzehrer wie Melonen, Kürbis, Auberginen und Zucchini in die Beete setzen. Um die Pflanzen wird noch ordentlich Erde verteilt, sodass sie nicht direkt in Kontakt mit dem Mist und Stroh kommen.

Ob es eine gute Ernte bringen wird, werden wir sehen. Einen großen Vorteil haben aber alle drei Beete (die mit Stroh sogar noch mehr): Sie sind warm! Richtig warm! Die Erde dampft an kalten Morgen sichtbar, sodass die Wurzeln der Pflanzen schön warm sind. Die Kartoffeln hat das richtig motiviert, zu wachsen. Das Kraut wächst jeden Tag um 1-2cm, man kann richtig dabei zusehen.

Wenn ich bedenke, wie viel Arbeit es gewesen wäre, die Erde umzugraben, mit Sand oder Humus aufzufüllen und das jedes Jahr wieder machen zu müssen … puh, das muss echt nicht sein. Nun haben wir 120qm zusätzliche Beete angelegt und das ohne großartige Arbeit. Klar, man musste den Pferdemist verteilen, aber das geht schneller, als man denkt. Zudem stinkt es gar nicht so schlimm, wie man denken mag. Wer also die Möglichkeit hat: macht es auf diese Weise. Es funktioniert!

Wir werden nun unsere Beete, wie schon erwähnt, fleißig mit Mulch versehen. Das hat den Vorteil, dass die ganzen Lebewesen weiterhin Nahrung bekommen. Sie fressen den Mulch und produzieren fleißig Humus, der wiederrum die Pflanzen versorgt. So entsteht ein sehr guter Kreislauf, denn der Mulch stammt aus dem heimischen Garten (und dem des Nachbarn, da unsere Menge noch nicht ausreicht).

Ein weiterer Vorteil des Mulchens ist, dass der Boden geschützt wird. Sonne, Wind und Regen können ihn nicht einfach auswaschen. Die Nährstoffe bleiben erhalten und die Erde bleibt länger feucht. Bedeutet, dass man viel weniger gießen muss. Worauf man beim Mulchen achten muss, werde ich Dir in einem separaten Beitrag erklären.

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